26.02.2012 (18:00)
Erich Göpfert Stadthalle Unna
Werner von Schnitzler und Eduard Bayer, Violine
Maya Rasooly, Viola
Johann Ludwig, Violoncello
Achtung! Programmänderung
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Streichquartett G-Dur KV 387
Dmitri Schostakowitsch (1906-1975)
Streichquartett Nr. 8 c-moll op. 110
Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Streichquartett Nr. 15 a-moll op.132
Im Jahre 2010 fanden sich an der Kölner Musikhochschule vier junge Musiker, alle bereits gefragte Solisten an ihren Instrumenten, zu einem Streichquartett zusammen: Werner von Schnitzler, gebürtiger Kölner und Namensgeber des Quartetts, war Schüler u.a. von Pinchas Zuckerman und Viktor Tretjakow. Er gewann zahlreiche erste Preise bei nationalen und internationalen Wettbewerben. Eduard Bayer, gebürtiger Tscheche und Preisträger u.a. der »Fondation Groupe Banque Populaire«, spielt eine Guarneri-Violine aus der Tschechischen Nationalen Sammlung. Zur ursprünglichen Besetzung des Quartetts zählten auch Hiyoli Togawa (Viola) und Adam Krzeszowiec (Violoncello). An deren Stelle traten Ende 2011 Maya Rasooly (Viola) und Johann Ludwig (Violoncello). In Jerusalem gebürtig, studierte Maya Rasooly (Jahrgang 1980) in London zunächst Violine, ab 2000 auch Viola und schloss dieses Studium mit Auszeichnung ab. 2008 erhielt sie einen Zeitvertrag bei den Berliner Philharmonikern; des Weiteren war sie als Solobratschistin beim Philharmonia Orchestra London tätig. Johann Ludwig, 1980 in Köln geboren, spielte schon mit elf Jahren Saint-Saëns’ Konzert a-moll als Solist mit dem Staatsorchester Frankfurt/Oder. Wichtige Stationen seines Studiums waren Maria Kliegel und das Alban-Berg-Quartett in Köln sowie Miklós Perènyi in Budapest; hinzu kamen Meisterkurse bei Mstislaw Rostropowitsch und Wolfgang Böttcher. Nach zwei Jahren als Solocellist des Philharmonischen Orchesters Regensburg ist Johann Ludwig seit 2008 Solocellist der Badischen Staatskapelle Karlsruhe. Die Musiker werden von einem der weltbesten Streichquartette betreut: dem Auryn Quartett, das in Unna ja bestens bekannt ist.
Das anspruchsvolle Programm dieses Konzertabends vereinigt drei Schlüsselwerke der Gattung Streichquartett. 1782 lieferten sich Haydn und Mozart einen Kompositionswettbewerb auf höchstem Niveau, in dessen Rahmen das erste von Mozarts »Haydn-Quartetten« in G-Dur KV 387 gehört. Schostakowitschs erschütterndes 8. Streichquartett, 1960 in Dresden entstanden, ist allen »Opfern von Faschismus und Krieg« gewidmet, zugleich aber ein zutiefst autobiographisches Werk, was sich nicht zuletzt im leitmotivischen Anagramm D – S (=Es) – C – H zeigt, das im Stile der viel bekannteren Formel B – A – C – H von Anfang an Verwendung findet. Beethovens op. 132 aus dem Jahre 1825 gehört in den Fünferzyklus seiner letzten Streichquartette, die erst nach der 9. Symphonie entstanden und einen nie wieder erreichten Gipfel der Gattung Streichquartett bilden – Werke, denen in der gesamten Musikgeschichte in puncto Gedankentiefe und Substanz nur wenige gleichkommen.
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