Chorkonzert

17.10.2017 (20:00)
Katharinenkirche

Antonín Dvořák (1841 – 1904)

Stabat mater

Anna-Sophie Brosig, Sopran
Natalya Boeva, Alt
Jo Holzwarth, Tenor
Marcel Raschke, Bass
 
KonzertChor Unna
Neue Philharmonie Westfalen
 
Leitung: Hermann Kruse
 
 

Das „Stabat mater“ ist Dvořáks erstes geistliches Werk, das nicht – wie die späteren - als Auftragswerk entstand. Der Anlass zu dieser Komposition wird vielfach in schweren Schicksalsschlägen gesehen – drei Kinder verstarben innerhalb von zwei Jahren. Es fehlen diesbezüglich  jedoch konkrete Hinweise des Komponisten. Denkbar ist auch ein rein musikalischer Anlass. Als Organist dürfte Dvořák mehreren Stabat mater-Vertonungen begegnet sein. Dann wäre seine Komposition ein deutlicher Gegenentwurf, in dem er sich nicht der liturgischen Tradition und dem Kirchenraum verpflichtet fühlte, sondern religiöse Themen musikalisch frei bearbeitete, und zwar für den Konzertsaal. Die meist schlichte Melodik, die in der tschechischen Volksmusik ihre Wurzeln hat, vermittelt den Eindruck tief empfundener Religiosität.

Das Leid der unter dem Kreuz ihres toten Sohnes stehenden Maria wird in diesem höchst ungewöhnlichen Werk musikalisch dargestellt. Dvořák thematisierte sowohl den Schmerz als auch den Trost, indem sein Werk eine Passionsmeditation darstellt mit Schmerz, Kontemplation, Leiden, Andacht und Gebet und zum Abschluss zu einer  Auferstehungsvision führt voller Glauben, Hoffnung und Zuversicht.

Während das Werk im deutschsprachigen Raum nur zögerlich angenommen wurde, war die Erstaufführung in der Royal Albert Hall im Jahr 1883 ein durchschlagender Erfolg. Mit den von ihm selbst dirigierten Aufführungen des Stabat mater in England erlebte Dvořák die Anfänge seines Weltruhms.

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